Ein "Sauger" - aber anders! Alex checkt den Prototypen | auto mobil
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Ich bin auf dem Weg nach Einthofen und dort gibt's ein Studententeam, das so kann man das schon sagen, an der Zukunft des Autos bastelt. Und diese Zukunft könnte so aussehen. Ein Auto, das CO2 aus der Luft filtert, statt es zu produzieren, oder wie wäre ein Fahrzeug, das sich zweiteilen lässt in lang und kurzlebige Bauteile und somit quasi ewig hält. Alles nur Visionen oder bald schon Realität. Das Besondere an der TU Einthofen ist der Studiengang Automotorive Technology.
Jedes Jahr entsteht hier ein einzigartiges Konzeptkarc, gebaut von den Studenten. Aurelia Kriart zeigt Alex zuerst den SEM, der auch CO2 Sauger genannt wird. Du sprichst Deutsch oder? Ich spreche Deutsch. Ja, genau. Das hier ist Sem.
Sam steht für Zero Emission Mobility. Okay. Und wir haben in einem Jahr mit ungefähr 30 Studenten dieses Auto zusammeng gebaut mit dem Ziel, es von Start bis Ende CO2 neutral herzustellen. Wow, das ist eine große Aufgabe, weil diese Aufgabe, also vor der Aufgabe stehen ja quasi alle Hauthersteller in Zukunft CO2 neutral zu werden und ihr müsst es in einem Jahr mit einem Projekt erfüllen. Das ist tough.
Ähm, was ich schon mal sehe und was mir wirklich gut gefällt, ist, dass ihr ähm nicht einfach so ein langweiliges Verzichtsauto gebaut habt. Den Studenten ist klar, ihre Autos sind Visionen. Sie wollen die Hersteller inspirieren, ihnen zeigen, was möglich wäre. Bei den Concept Cars kannst du dich austoben. Du kannst viele Dinge machen, die du in der Serie so erstmal nicht umsetzen würdest, weil ähm das aus Kostengründen nicht funktionieren würde, weil dir keine Gedanken darüber machen muss, ob das produzierbar ist oder nicht.
Der Sem ist ein Unikat, unersetzlich und handgearbeitet. Dass Alex hier mitfahren darf, hat uns einiges an Überzeugungsarbeit gekostet. nichts kaputt machen. Nee, das wäre besser. Okay, gut.
Anschnallen geht nicht. Nee, anschnallen ist hier nicht. Okay, wir sind ja nur auf dem Campus. Wir fahren ja auch nicht wahnsinnig schnell. Sem hat natürlich keine Straßenzulassung.
Ausschließlich die Studenten des Teams dürfen ihn bewegen und das nur auf dem Campusgelände. Okay, alles klar. Dann mal los, ne? Gut. Achtung. Ja.
F wunderbar mal los. Genau. Auf der Teststrecke schafft der Sem 70 km/h. Hier auf dem Campus muss ich Aurelia zusammenreißen. Es herrscht Tempo 30.
Weißt du was mir jetzt auf den ersten Parametern schon auffällen? Ihr seid ja sehr klassisch unterwegs mit so einer Doppel Dreiecks Verlenker Konstruktion. Mhm. Ähm klar knarzt das hier alles ein bisschen. Ja, natürlich. Kein Thema.
Aber ich finde, das macht er eigentlich ganz gut. Danke. Der Sem ist ein E-Auto, wert ca. 50.000 €. Finanziert über Sponsoren und Sachspenden aus der Industrie.
Ein Zeichen dafür, dass man die Studenten und ihre Autos ernst nimmt. Also, was mich ehrlich gesagt wirklich ein bisschen überrascht, ist der ist der Komfort. Tatsächlich. Ja, ich finde das Ding macht es nicht schlecht. Ja, also das ist äh das ist ein riesen Kompliment.
Fahren kann er also, aber woraus ist er gemacht? Eine entscheidende Frage, wenn es um CO2 Einsparung geht. 80% des Autos stammen aus dem 3D Drucker. Glasfaser verstärkter Kunststoff, der natürlich recyclebar ist. Das Armaturenbrett besteht aus aufgearbeitetem Speiseöl. Die Sitzbezüge aus veganem Leder, hergestellt aus Ananasfasern.
Autobatterien werden in Zukunft fast vollständig recyclebar sein, so auch im Sem. Auf dem Dach und der Motorhaube befinden sich Solarpaneele, die den Akku unterstützen. Das Herz des Sem ist jedoch der CO2 Filter hinter den Lufteinlässen an der Front. Diese Vorrichtung ist so innovativ, dass wir sie nicht zeigen dürfen, denn sie wird derzeit patentiert. Aber so viel dürfen wir verraten.
Spezielle Filter hinter den Lufteinlässen können CO2 während der Fahrt binden. Quasi ein Staubsauger für Kohlenstoffdioxid. 2 kg CO2 in 20.000 km sind möglich. Aber jetzt müssen wir uns trotzdem mal die Zahlen anschauen. Wir reden über 2 kg im Jahr, aber 20.000 1000 km gefahrener Strecke.
Das ist noch nicht mal das, was an CO2 ausgestoßen wird, wenn ich 1 l Benzin verbrenne und auch wenn wir das noch größer skalieren, ist das kein riesiger Hebel, aber auf der anderen Seite ist es auch kein Argument, sondern man kann viele Hebel ansetzen und wenn der Hebel nicht teuer ist, das ist das Entscheidende einfach umzusetzen und nicht teuer ist, dann würde ich ihn auch nehmen. Wer weiß, vielleicht wird ein CO2 Filter irgendwann Standard in unseren Autos, sowie der Gurt oder die Airbags. Alex darf noch einen Prototypen sehen, den Eterner. Die Idee, ein Auto, das unendlich lange hält. Aber wie soll das funktionieren? Ah! Oh, da ist sie.
Ich wollte fast schon sagen, das grüne Biest für die grüne Hölle, aber ich glaube, die Nordschleife wird das Auto nicht sehen. Nee, eher nicht. Das Besondere, dieses Auto lässt sich zwei Teilen in kurz und langlebige Teile. Kurzlebig sind die Karosserieteile wie Motorhaube und Türen sowie ein Großteil der Elektronik. Sie sollen etwa 20 Jahre halten.
Das sogenannte Skateboard ist der langlebige Teil. Rahmen, Motor, Batterie und die Lenkung sollen mindestens 40 Jahre halten. Ähm, diese Skateboards sind ja in der Industrie ziemlich bekannt, aber der Unterschied zu unserem Auto ist, dass hier der Gedanke ist, dass man den Aufbau während des Lebens des Skateboards austauschen kann. Normalerweise bauen Firmen halt Autos auf diesem Skateboard auf und äh der das ist dann für immer das Auto, kommt nie wieder runter. Ein herkömmlicher PKW ließe sich nicht so einfach auseinandernehmen.
Das hat viele Gründe. Einer sind die Bauteile einer normalen mechanischen Lenkung. Der Eterner soll deshalb mittels steuert werden, also mittels digitaler Signale. Ach so, klar, logisch. Und wenn ich jetzt hier eine mechanische Verbindung hätte, ja, ja, dann hätte ich ja wieder etwas, was ich wegbauen müssen.
Wä, das wäre ein relativ großer Aufwand. Ja, genau. Also dadurch, dass wir jetzt hier keine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Lenkung äh haben, können wir ganz einfach das Oberteil abziehen und ähm müssen nur die Elektronik äh hier durch diese großen Verbindungsstücke ähm abstecken. Okay. Übrigens, wenn ich mir die Aufhängung so anguck, eine klassische Sportwagenaufhängung.
Also, man sieht schon, ihr habt das ernst gemeint mit dem sportlichen Auto. Ja, haben wir. Der Etterner soll mit seinem Besitzer altern können, sich den Lebensumständen anpassen. So kann man ihn z.B. vom Copé zum Kombi umrüsten.
Natürlich basiert der Business Case der Autohersteller darauf, dass Autos verkauft werden. Das größere Problem finde ich aber noch den Kunden. Der Kunde will einfach neue Produkte haben. Die Idee, ein Auto frisch zu halten durch Modularität, das ist schon clever. Wir freuen uns auch heute bei unseren Handys, wenn wir ein Software Update aufspielen und das Handy damit sich quasi neu anfühlt und vielleicht können wir in Zukunft auch gewisse Hardwareeteile eben austauschen und das Auto fühlt sich zumindest etwas hochwertiger oder neuer an.
Vielleicht fahren wir ja in Zukunft unser Auto 40 oder 50 Jahre lang. Vielleicht passen wir es an und machen Updates aus dem Zweisitzer einen Viersitzer. Die Idee jedenfalls klingt spannend. Vielleicht ist das Auto der Zukunft aber auch CO2 negativ gebaut, weil es CO2 aus der Luft filtert. Dann würde jeder Autokilometer zum Klimaschutz beitragen.
Und wie sieht Alex Fazit aus? Für mich war das heute ein großartiger Tag. Ich habe unglaublich motivierte Studenten und Studentinnen erlebt, die für ihr Projekt brennen, die jedes Jahr ein neues spannendes Konzeptauto auf die Straße stellen, das einfach tolle Ideen hat. Nicht alle davon werden sich in der Zukunft umsetzen lassen, aber einige sind für mich sehr zukunftsweisend und vor allem nachhaltig. Und deswegen finde ich das, was hier in Einthofen passiert, muss ich ehrlich sagen, einfach großartig. Ja.